
Völlig verängstigt, tief im Abwasserrohr
Kaum sind wir aus Ungarn zurück, erreicht uns die nächste Schreckensnachricht. Es nimmt einfach kein Ende…
Wir werden immer wieder mit einer Grausamkeit konfrontiert, die uns fassungslos macht.
Betti vom Lebenshof informierte uns über einen neuen Notfall. Es wurde beobachtet, wie ein Auto anhielt und zwei kleine Welpen aus dem Auto geworfen wurden. Dann gab der Fahrer Gas und verschwand, als hätte er gerade nichts weiter als Müll entsorgt.
Für die beiden kleinen Hundemädchen begann in diesem Moment ein Albtraum.
Verängstigt, orientierungslos und völlig auf sich allein gestellt flüchteten sie in ein Abwasserrohr. Tief im Inneren, in einem engen Hohlraum von etwa vier Metern Länge und nur rund 40 Zentimetern Breite, verkrochen sie sich. Dort harrten sie aus – voller Angst.
Die Rettung wurde zu einer echten Herausforderung. Es war ein nervenaufreibender Einsatz, der Geduld, Ruhe und unendlich viel Fingerspitzengefühl erforderte.
Eineinhalb Stunden lang wurde gehofft, gebangt und um das Vertrauen der beiden kleinen Seelen gekämpft.
Als sie schließlich in Sicherheit gebracht werden konnten, war die Erleichterung unbeschreiblich.
Die beiden Mädchen sind gerade einmal etwa zehn Wochen alt. Ihre kleinen Körper waren übersät mit Flöhen und Zecken, sie haben Würmer und sind völlig entkräftet. Doch die schlimmsten Wunden kann man nicht sehen.
Sobald sich eine Hand nähert, zucken sie zusammen. Sie weichen zurück. Sie haben in ihrem kurzen Leben offenbar gelernt, dass Menschen Angst bedeuten.
Wie kann ein Lebewesen einem wehrlosen Welpen so etwas antun?
Diese Frage stellen wir uns immer wieder.
Leider sind solche Schicksale keine Einzelfälle. Immer wieder erreichen uns Notrufe wie dieser. Immer wieder sehen wir Tiere, die ausgesetzt, misshandelt oder einfach ihrem Schicksal überlassen wurden. Es erschüttert uns jedes Mal aufs Neue, wozu manche Menschen fähig sind. Man möchte glauben, dass so etwas nicht möglich ist – und doch erleben wir es immer wieder.
Trotz allem geben wir die Hoffnung nicht auf.
Die beiden kleinen Mädchen werden nun medizinisch versorgt, von Flöhen und Zecken befreit, gegen ihre Würmer behandelt und haben endlich frisches Futter und sauberes Wasser bekommen.
Nun beginnt ihre eigentliche Reise.
Eine Reise zurück ins Vertrauen. Sie werden lernen, dass nicht alle Menschen grausam sind. Dass eine sanfte Hand Liebe schenken kann. Dass Streicheleinheiten nichts mit Angst zu tun haben. Und dass sie von heute an nie wieder weggeworfen werden.
Und genau deshalb machen wir weiter. Auch wenn uns solche Schicksale immer wieder das Herz brechen. Denn jedes einzelne gerettete Leben ist ein Leben, das zählt.
Willkommen, ihr kleinen Schätze. Von heute an seid ihr sicher. Für immer.







